Paarcoaching für Elternpaare -
Praxis in Solothurn und online

Einblicke aus der Praxis
Beitrag, 1. April 2026:
Ein Blick auf das, was Beziehungen wirklich trägt - jenseits von Streit und Kompormiss
Diese Paare, die tiefe Verbundenheit leben können - sind sie die Ausnahme?
Ist es wirklich so, dass das Ich, Du, Wir - spätestens bei Familiengründung - oft in einem
einsamen Erschöpfungszustand endet. Oder aber bewegen sich Paare in den Alltagsaufgaben
und versuchen, dem Stress zu entkommen. Manchmal erfolgreicher. Manchmal weniger
erfolgreich. Bis diejenigen, die irgendwann aufgeben - sich scheiden lassen, statistisch
gesehen nach durchschnittlich 14.9 Jahren Ehe in unserem Kanton.
​
Eine nachvollziehbare Quote - bedenkt man, wie lange Sprösslinge zum Gedeihen brauchen.
Ehrlicher, wer sich vorher dem Scheidungsrichter übergibt? Durchhaltefähiger, wer länger auf
die Zähne beisst? Weder noch - behaupte ich als Systemikerin an der Stelle. Abhängig davon,
welche Muster dem einzelnen antrainiert worden sind - aber nicht im ehefähigen Alter,
sondern längst in vergangener Zeit. Der eigenen Kindheit. Ein Kreislauf, der sich kaum zu
schliessen scheint.
​
Mit systemischer Perspektive etwas anders zu betrachten: Schauen wir uns zusammen Sandy und Nick an.
​
Sandy, 34 Jahre alt - tertiäre Bildungsstufe, mit 31 Jahren zum ersten Mal Mama geworden,
Heirat nachträglich mit 33 Jahren, mittlerweile Zweifachmama
​
Nick, 38 Jahre alt - tertiäre Bildungsstufe, mit 35 Jahren Familiengründung, mitten im
Berufsleben, Heirat erfolgreich mit 37 Jahren, Papa zweier Kids
Beziehungsstand: verheiratet, distanziert.
Nicht sichtbar. Nicht von aussen spürbar.
Aber relevant. Im innern des Familiensystems.
In der Welt von Nick im “Türschwellen-Moment” beim Heimkommen spürbar. Wie die
Stimmung sein mag? Ob der Tag gut war? Ob es wohl besser wäre, zufrieden reinzukommen
oder leise reinzuschleichen? Zu spät - die Tür wird aufgerissen. Kind eins springt ihm an den
Hals. Das Rauschen der Familie verschluckt ihn - woraus er gegen 20:30 Uhr schlafend auf der
Couch wieder ausgespuckt wird. Wer weiss - heute vielleicht mit einem liebevollen Kuscheln
mit Sandy. Oder der Konfrontation des Organisationsthemas, welches ihr Bauchschmerzen
bereitet - sichtbar stärker werdend… denn - vor zwei Wochen war es bereits auf dem Tisch.
Ungelöst. Und der Streit darüber hängt noch immer in der Luft.
In der Welt von Sandy ein Streit der belastet. Sie sich fragt, ob heute darüber Einigung erzielt
wird? Oder aber ob sie auch heute Abend vorher auseinander driften würden? Wenn sie mitmüden Kindern im Abschluss des Tages sind - mit allen Emotionen zeitgleich, Nähe und Fokus
ihr abverlangt werden - was sie alles längst oder spätestens seit der Gute-Nacht-Geschichte-
Zeit nicht mehr zu geben vermag. Da wäre es ein Lichtblick an der Tür - Nick kommt heim. Und
trägt mit… selbstverständlich, wie sie das einmal ausgemacht hatten - als sie noch Paar
waren, sie zwei und beide wussten, wie sie es mal machen wollten, mit den Kids. Dieses Paar,
das Sandy schmerzlich vermisst.
Er ist es. Der Punkt, an dem Paare wie Sandy & Nick verharren. Weil sie es unter dem
Alltagsberg nur mehr schwerlich erkennen. Was sie trägt. Und was sie trennt. Auf lange Zeit
hinaus. Nicht heute. Nicht an diesem Abend. Und gleichzeitig - die Schritte in die andere
Richtung nur mühsam wieder gemacht werden.
Aus systemischer Perspektive zeigt sich dabei etwas Entscheidendes: Die Muster, die zwischen ihnen wirken, sind älter sind als ihre Beziehung. Sie entstehen dort,
wo Sandy & Nick selbst noch Kinder waren - in ihren eigenen Familiensystemen.
Massgeblich ist, ob sie Klärungsgespräche erlebt hatten mit zerreden und Recht behalten
wollen. Oder aber bestenfalls, mit einem ehrlichen Fokus auf eigene Ressourcen,
Handlungsspielräume gegenseitig abgewogen worden sind. Wünschenswert. Und ein hohes
Ziel - unter dem Druck des Alltags, wie Sandy & Nick selbst erfahren.
Weil auch sie es festgestellt haben. Spätestens dann, wenn Müdigkeit und Stress dazu
kommen - schleichen sich die früh erlernten Muster leise und unbeachtet auch in ihre
Beziehung ein und übernehmen die Führung. Wenn nicht beim ersten, dann oftmals beim
zweiten Kind.
Sandy & Nick sind kein Einzelfall. Sie sind wie viele Elternpaare. Oder einfach noch: “Eltern”
​
Mehr reden hilft an der Stelle nicht.
Aber das Verstehen, was wirkt.
Um Verbundenheit wieder - oder überhaupt - herzustellen. Und von dort aus neu Beziehung zu führen.
Beste Eltern begleitet Paare in diesem Prozess